Die Blockchain im Fokus – Anfänge und Funktionsweise

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Die Blockchain verändert alles – 1. Teil: Anfänge und Funktionsweise

Bereits vor einigen Monaten hatten wir Ihnen in einem Blog Eintrag einen Einblick in Kryptowährungen und Bitcoin gewährt. Wie auch in den letzten Jahren, macht die Währung auch in diesem Jahr vor allem durch eines Schlagzeilen: den Stark schwankenden Wechselkurs, der die Währung insbesondere für Spekulanten interessant macht. Doch wie bereits damals angedeutet, ist das, was Bitcoin so erfolgreich und so einzigartig macht, eher im Hintergrund versteckt und lediglich den versierten Technikinteressierten vollständig zugänglich: Die Blockchain.

Die Anfänge der blockchain
Meilensteine Blockchain

Meilensteine Blockchain

Zwar beginnen die meisten guten Erfindungen in irgendwelchen Garagen im Silicon Valley, aber auch die der Bitcoin-Blockchain kann sich durchaus sehen lassen. Ihre Geschichte beginnt kurz nach der Pleite der Bank Lehmann Brothers mit einem White Paper, dass ein Verfahren zum Austausch einer digitalen Währung beschreibt, die direkt zwischen den beiden Parteien ausgetauscht werden kann. Das White Paper wurde unter dem Namen „Satoshi Nakamoto“ veröffentlich. Wer genau sich dahinter verbirgt ist allerdings bis heute nicht sicher. Dafür wird eines umso mehr deutlich: das Verfahren, dass Satoshi Nakamoto beschreibt, und die darauf basierende Währung Bitcoin, macht einen Mittelsmann bei Transaktionen vollkommen überflüssig. Was für den eingefleischten Nerd das Ende der Banken einläutete, wurde von der breiten Masse kaum beachtet und so dauerte es mehr als ein Jahr, bis ein reales Gut erstmals mit Bitcoins bezahlt wurde. Für Knap 10.000 Bitcoin ließen sich zwei Programmierer aus Florida zwei Pizzen liefern. Aus heutiger Sicht für den Besitzer der Pizzeria ein guter Deal, haben diese 10.000 Bitcoin mittlerweile einen Wert von mehreren Millionen Dollar. Das Aufkommen diverser Bitcoin-Wechselstuben und die wachsende Popularität treiben den Wechselkurs bis heute immer wieder zu ungeahnten höhen (Vergleich Tabelle).

Die Funktionsweise der Blockchain

Soweit ist die Geschichte oftmals bekannt. Was Bitcoin zum Leben erweckt ist die Blockchain. Nüchtern betrachtet handelt es sich um nichts anderes als eine dezentrale Datenbank. Eine Datenbank, die auf vielen Knoten vollständig vorliegt und immer den aktuellsten Stand hat. Spannend ist, wie dieser Zustand erreicht wird. Ein Beispiel, dass die Funktionsweise der Bitcoin-Blockchain besonders gut skizziert Joerg Platzer in seinem Buch „Bitcoin kurz & gut“ sehr anschaulich:

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Nüchtern betrachtet handelt es sich bei der Blockchain um nichts anderes als eine dezentrale Datenbank.

„Stellen wir uns vor, alle Menschen wären mit Superhirnen ausgestattet und könnten sich alles merken. Jeder Mensch wüsste zu jedem Zeitpunkt, wer auf der Welt wie viel Geld besitzt. Des Weiteren haben wir, in dieser hypothetischen Welt, die Fähigkeit verloren zu lügen, so dass wir uns immer hundertprozentig vertrauen können. Wir (Alice) gehen abends ein Bier trinken und bezahlen dem Wirt (Bob) die 2,50 € nicht in Münzen sondern überlassen Ihm das Geld mündlich. Da Bob alle Kontostände im Kopf hat und weiß, dass wir so viel Geld besitzen, akzeptiert er die Bezahlung und gibt sechs weiteren Gästen bescheid, dass wir Bob das Geld übergeben haben. Auch diese Gäste wissen, dass wir soviel Geld besitzen und das Bob die Wahrheit sagt, waren sie doch Zeuge der Transaktion. Also nehmen sie ihr Smartphone zur Hand und sagen sechs weiteren Leuten, dass Alice Bob Geld übergeben hat und dieses nun Bob gehört. Auch diese sechs Freunde informieren wieder sechs Freunde, so dass innerhalb von Sekunden die ganze Welt bescheid weiß. Alle zehn Minuten überprüft ein Buchhalter irgendwo auf der Welt noch einmal alle weltweit angefallenen Transaktionen der letzten zehn Minuten auf deren Stimmigkeit. Er bestätigt die Richtigkeit der neuen Kontostände und dokumentiert damit, dass Alice das Bier bezahlt hat. Ab diesem Zeitpunkt gehört das Geld nun Bob“.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die Blockchain auf Vertrauen und Kontrolle beruht. Transaktionen sind erst offiziell, wenn sie vom Netzwerk verifiziert wurden. Die Transaktionen werden in einer Unmenge an Datenbanken gespeichert. Eine Manipulation wäre nur dann möglich, wenn man mehr als 50 Prozent der Teilnehmer davon überzeugen könnte, die neuen Kontostände zu verifizieren. Bei mehreren Millionen Teilnehmern ist das ein nahezu unmögliches unterfangen.

Die Einsatzmöglichkeiten –Teil 1

Was selbst Satoshi Nakamoto so nicht auf dem Plan hatte ist, dass sich die Blockchain nicht nur Finanztransaktionen vereinfacht. Sie ermöglicht jegliche Art von Transaktionen, bei denen sich die Transaktionsgegenstände digital darstellen lassen, also beispielsweise auch Aktien oder die Eigentumsrechte an Musik, Diamanten und Kunstgemälden.
Was die Blockchain noch so alles kann und welche Zukunftsaussichten Visionäre wie Don Tapscott sehen, gibt es in einem nächsten Blogeintrag.

1 Kommentar

Andreas Albrecht

Das Bild ist gut gewählt, gut geschriebenes Intro für den Artikel. Thumbs up

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