Als neue FI-TS Mitarbeiterin im Marketing habe ich die Aufgabe, über das Rechenzentrum zu berichten und durfte daher dieses besichtigen – ein sehr spannender und informativer Besuch, wie sich bald herausstellte.
Sofort im Eingangsbereich des Rechenzentrums wurde ich gebeten, meinen Personalausweis abzugeben und einen meiner Finger auf einen Screen zu drücken, damit der Abdruck elektronisch festgehalten und mir später Eintritt zu den geheimnisvollen Räumen verschaffen sollte. Zudem erhielt ich elektronische Eintrittskarten für festgelegte Räume. Anschließend wurde ich von meinem Kollegen Hans Jordan begrüßt, der mir das Rechenzentrum zeigte.
Störungsmanagement in der Leitwarte
Zuerst bekam ich die „Leitwarte“ zu sehen. Sie ist 24 Stunden mit Sicherheitspersonal besetzt. Hier ist genau festgelegt, wie Besucher zu handhaben sind. Das beinhaltet z.B. die Anfangsprozedur mit den Fingerabdrücken, die Aushändigung der Karten und die Bereitstellung von Wachpersonal, das den Besuchern nicht von der Seite weicht.
In der Leitwarte wird zudem die technische Infrastruktur der Systeme überwacht. Über diverse Bildschirme und Apparaturen läuft das Störungsmanagement, das u.a. die Stromversorgung überwacht und somit einen reibungslosen Ablauf der Datenströme garantiert. Insgesamt gibt es im Rechenzentrum über 150 Kameras, die jede Bewegung aufzeichnen. Hier ist alles so geheim, dass nur vereinzelte Mitarbeiter wissen, wo die Server eines bestimmten Kunden stehen.
Das Störungsmanagement ist sehr ausgetüftelt und wird regelmäßig getestet. So werden z.B. 1x pro Jahr Stromausfälle simuliert, um die Behebung solcher Notfallsituationen zu gewährleisten. Gibt es im Rechenzentrum eine Störung, wird in der Leitware umgehend ein Alarm ausgelöst, der erst dann wieder erlischt, wenn im System der Grund der Störung eingetragen wurde.
Weitere Räume des Rechenzentrums
Völlig beeindruckt durfte ich nun in die geheimen Räume des Rechenzentrums. Man nähert sich einer Vereinzelungsschleuse, in die nur eine Person reinpasst, und erhält mit seinem Fingerabdruck und den elektronischen Karten den Zutritt.
Unser Rundgang ging durch Räume mit hochtechnischen Stromversorgungssystemen, die einen unterbrechungsfreien Stromverlauf garantieren. Zudem sah ich imposante Schrankreihen mit Warm- und Kaltgängen sowie Meßsysteme, die dafür sorgen, dass die Server keinen Temperaturschwankungen unterliegen und nicht überhitzen.
Für eine Notfallkühlung stehen Systeme mit rund 60 Kubikmeter Wasser zur Verfügung! Alle Server und Netzkomponenten werden über USV – Systeme (Unabhängige Stromversorgung) betrieben, die auf im Falle eines Stromausfalls die Verbraucher sicher weiterversorgen. Gespeichert wird die Energie entweder in einem kinetischen Speicher – einer 6,5 t schweren Masse, die sich mit ca. 3.500 Umdrehungen in der Minute rotiert oder aber in einer Batterieanlage. Danach kommen die NEAs – Netzersatzanlagen zum Einsatz. Am Standort W81 stehen hierfür vier „Schiffsdiesel“ mit angeflanschten Generatoren parat. Auch sonst wurden jegliche Notfallsituationen durchdacht: so gibt es einen Blitzschutz für ein und ausgehende Stromkabel und auch im Falle von Oberflächenwasser wurden Gegenmaßnahmen getroffen.
Als Höhepunkt meiner Besichtigung wurde ich dann in den Raum mit den Servern und Mainframes geführt. Diese stecken in Schränken mit Temperaturregelungssystemen und Messanlagen. Es ist schon beachtlich, wieviel Leistung mit diesen Servern erbracht wird, ohne dass man eine Menschenseele weit und breit sieht.
Völlig beeindruckt von den technischen sowie sicherheitstechnischen Leistungen des FI-TS-Rechenzentrums schloss ich meinen Besuch ab.