Wir Deutschen sind laut des 2013 Future in Focus – Digitales Deutschland Reports sehr häufig online. 57, 4 Millionen Deutsche gehen mit ihrem PC ins Netz und verbringen 24 Stunden dort. Das ist knapp eine Stunde pro Tag und wenn Sie mich fragen, ist das noch untertrieben.
Wenn ich mich als Durchschnittsdeutsche mal so betrachte, muss ich schon sagen, dass ich äußerst bequem geworden bin, was die Nutzung analoger Informationsmedien angeht. Wann schlage ich denn schon noch meinen Stadtplan auf? Allenfalls beim Planen einer Radtour, aber sonst sind diese Routenplaner im Internet doch viel schneller als ich. Oder ein anderes Beispiel: Wenn ich aus Unsicherheitsgründen mal lieber die Orthographie (Orthografie) nachsehe, wann habe ich da zuletzt den Duden aufgeschlagen? So traurig wie mein gelber Freund aus dem Regal zu mir herüber schaut -wohl schon lang nicht mehr. Schnell ins Suchmaschenfeld eingetragen und das Ergebnis ist da. Auch das Kinoprogram beziehe ich schon lange nicht mehr aus der Zeitung. Ach, und Zeitung überhaupt: Gerne blättere ich in ihr ganz nostalgisch an einem Sonntag, bei einem Kaffee, aber sonst hole ich mir ruckzuck den Schlagzeilenüberblick aus dem Netz. Shoppen, Chatten, Musik hören, Fotoalben betrachten…und das ist nur privater Bedarf!
Nun hat sich zu meinem Laptop auch noch ein Smartphone dazugesellt. Hier kann ich bei vollem Empfang in der U-Bahn einer Facebook-Freundin zum Geburtstag gratulieren und zur musikalischen Untermalung ein YouTube Video hochladen. Das, zusammen mit unendlichen Statusmeldungen und der Veröffentlichung vieler Blogs, haben 16 Millionen Deutsche 2012 gemacht. 8, 4 Millionen davon soagr täglich. Trotzdem klingen 16 Millionen vergleichsweise entspannt, wenn man bedenkt, dass im 4. Quartal 2012, 51 Prozent aller genutzten Handys Smartphones waren. Die meisten Smartphone Besitzer gibt es übrigens in der EU5 Gruppe (Deutschland, UK, Italien Frankreich Spanien) mit 61 Prozent in Spanien.

Mit Smartphones ins Internet: Shoppen, Spielen, Nachrichten ansehen, Social Media, die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt.
Nicht nur Soziale Netzwerke werden mobil bedient, 14 Prozent der Smartphone Nutzer haben im Dezember 2012 mobil geshoppt. Produkte oder Serviceleistungen wurden erstanden. E-Bay hatte beispielsweise in diesem exemplarischen Monat beinahe so viele mobile Nutzer wie PC Nutzer!
Über das Smartphone shoppen – was für eine Inspiration! Wenn ich das nächste Mal auf den Bus warte und mir langweilig ist, dann ersteigere ich etwas Nützliches bei E-Bay. Pure Spannung während der Fahrt und wer weiß, vielleicht bin ich bis zu meiner Zielhaltestelle stolzer Besitzer von nigel-nagel-neuen Staubsaugerbeuteln oder ähnlichem. Das wird ganz sicher meinen Tag erhellen. Allerdings habe ich Bedenken, dass sich das kurze Glück auf die Dauer negativ auf meiner Kontobilanz niederschlägt. Denn sicher wird nicht jedes ersteigerte Produkt derart nützlich sein.
Darum schaue ich mir lieber ein informatives Video an. Im Laufe des Jahres 2012 ist die Zahl der Nutzer von Mobile Video um 211 Prozent gestiegen. Im Dezember gab es bereits 10 Millionen Mobile Video-Viewer in Deutschland. Interessant ist, dass das Wachstum von Online-Video Usern auf dem PC nur um 2 Prozent gestiegen ist.
Wie wichtig soziale Netzwerke auch für die Werbewirtschaft sind, sieht man an der immensen Zahl von 762 Milliarden. So viele Display Ad Impressionen wurden 2012 ausgeliefert. Display Ad Impressionen sind Werbeanzeigen, die die Webseitenbesucher gesehen haben. Fast ein Drittel der Ad Impressionen erschien auf Social Media Seiten. Damit sind sie das Privatfernsehen unter den Webseiten. Größte Online-Werber waren im 4. Quartal die Deutsche Telekom, Zalando und E-Bay.
Abschließend lade ich Sie ein, den Blick mal ganz konkret auf die weiblichen User zu richten: Einkaufen in einem großen schwedische Modehaus und Spiele a la Farmville sind laut des comScore Reports mit größter Wahrscheinlichkeit unsere Passion. Das mit der Mode kann ich sehr gut nachvollziehen, aber das mit dem Bauernhof? Ich möchte mich nicht der Verantwortung stellen, jeden Morgen Tiere zu füttern und Blumenkohl zu gießen. Sicher müsste ich viel virtuelle Währung die Hand nehmen, um das Desaster von meinem Hof fernzuhalten und einen (digitalen) Verwalter einstellen.
Aber nicht nur bei H&M und Spil Games sind Frauen aktiv: Bei dem Erwerb eines Smartphones haben wir laut Studie im Jahr 2012 unsere männlichen Kollegen übertrumpft. Die Anzahl von Smartphones unter Frauen wuchs um 60 Prozent, während die Zahl männlicher Smartphone-Besitzer nur um 35 Prozent gestiegen ist. Das kann aber auch daran liegen, dass unsere männlichen Early Adopter bereits eins haben. Wer weiß.
Quelle: comScore: 2013 Future in Focus – Digitales Deutschland Report, (Zeitraum von Oktober bis Dezember 2012). Gegenstand des Reports sind Trends im Bereich Internetnutzung, Social Media und e-Commerce. Verwendet wurden verschiede aktuelle Datenbanken und Analyseplattformen wie comScore MXX oder MobiLens. Die 60 seitige Studie kann kostenlos nach Registrierung als PDF heruntergeladen werden.