Keine E-Mails nach Feierabend?!

Die Meldung ist nicht mehr semmelfrisch, aber immer ein paar Gedanken wert: VW blockiert die E-Mail-Zustellung nach Feierabend. Betroffen sind 1154 Tarif-Mitarbeiter, die Smartphones nutzen und dort E-Mail-Empfang haben.

Hintergrund der Meldung ist eine Betriebsvereinbarung, die der Konzern mit seinem Betriebsrat geschlossen hat. 30 Minuten nach Gleitzeitende bis 30 Minuten vor Beginn des nächsten Arbeitstages werden keine E-Mails an die firmeneigenen Smartphones gesendet. Keine totale Erreichbarkeit! Manche Mitarbeiter würden ihre Geräte und Erreichbarkeit nicht selbst nach Dienstende kappen, so dass sich der VW-Betriebsrat zum Schutz der Mitarbeiter aufgerufen sah. Chapeau und Hut ab!

Gut, die 1154 Tarifmitarbeiter sind sicher eher ein Bruchteil derer, die bei VW Smartphones nutzen. Aber die Signalwirkung steht.

Volle Erreichbarkeit?
Sicher spielt die technische Entwicklung der vollen Erreichbarkeit in die Hände. Und nicht jeder vermag es selbst zu regeln, einfach auszuschalten oder die Einstellungen seines Smartphones so zu ändern, dass bei neuen Nachrichten weder Geräusche noch optische Hinweise kommen. Einfach Ausschalten ginge auch.

Nachrichten-Empfang selbst abstellen

Aber hier zieht eher der Trend zur gemischten privaten und geschäftlichen Nutzung von Smartphones. Vor allem, wenn der Mitarbeiter sein privates Gerät mit in die Arbeit einbringt und es sich mittels Mobile Device Management (Pdf) auch offiziell einbinden lässt. Auch hier kann man durch einfache Einstellungen den Firmenaccount abends abschalten. Da spreche ich jetzt eher vom iPhone und Androiden. Wer nutzt seinen privaten Blackberry (!!!) in der Firma oder seinen Firmenblackberry privat???

Ich kann mir aber auch Firmenkulturen vorstellen, wo die Erwartung herrscht, dass die Mitarbeiter auch nach Arbeitsende noch erreichbar sind – oder sie zumindest schnelle Anfragen auch bitte beantworten mögen. Kostet ja nur ein paar Minuten. Hier finde ich eine derartige Regelung wie jetzt bei VW für sehr sinnvoll. Manchmal muss man den Mitarbeiter wirklich vor sich selbst schützen.

(via)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anti-Spam *