Video- statt Postident?

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Identifizierung duch Videoübertagung: Ist das Verfahren unkomplizierter als Postident?

Das Postident-Verfahren ist bei einer Online-Kontoeröffnung eine zwingende, aber auch umständliche Maßnahme. Als angehender Kunde muss man persönlich zu einer Postfiliale gehen und seine Identität überprüfen lassen. Diese Überprüfung ist nach der Abgabenordnung  obligatorisch. Ich hätte ja auch gar nichts dagegen, wenn bloß nicht dieser umständliche Gang zur Post wäre. So muss ich eher von der Arbeit weg (Öffnungszeiten) und rein in die Schlange, die es in einer Postfiliale ja immer gibt. Zumindest ist es so, wenn ich eine betrete.

Von analog zu digital
Aber es soll bald eine andere Möglichkeit der Identifizierung geben. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, kann ich das bald auch per Videoübertragung erledigen. So muss ich mich via Skype mit einem Bankmitarbeiter verbinden, meine Dokumentennummer nennen und meinen Ausweis in die Kamera halten. Bitte leicht schräg halten, so dass die Hologramme gut sichtbar sind. Das ist aber anscheinend nicht sicher genug. Um das Verfahren noch sicherer zu gestalten, muss ich also zusätzlich noch eine TAN Nummer angeben, die mir vorher per SMS oder Mail zugeschickt wurde. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat diese Schritte in ihrem Rundschreiben erklärt.

Das klingt ok, aber trotzdem noch komplex. Hoffentlich ist die Bildübertragung ausreichend gut. Denn beim Skypen erkenne ich meinen Freund manchmal nur an der Stimme.
Eine andere und aus dem Gesichtspunkt der Bildqualität sicher bessere Möglichkeit ist die Identifizierung per Smartphone-Kamera. Unsere FI-TS Kunden IngDiba und DKB möchten sich dieser Methode öffnen.

Meinung
Ich würde auf diesen Dienst zurückgreifen, wenn ich mir dabei Zeit spare. Dafür muss ich den Bankmitarbeiter ständig erreichen können und nicht, wie bei so vielen Diensten, beim Verbindungsversuch minutenlag Warteschleifenmusik hören. Ein 24/7 Service wurde zwar zugesagt, interessant wird es dann aber beim Praxistest. Natürlich soll auch die Datensicherheit gewährleistet sein.
Was es der Bank bringt? Sie gewinnt Kunden und bindet sie. Die Fälle, in denen Kunden einen Online-Abschluss vornehmen und sich anschließend nicht identifizieren, werden durch die Videoidentifizierung minimiert. Außerdem bieten den Dienst noch nicht viele Banken an und neue Dienstleistungen sind beim Wettstreit um die Gunst des Kunden oft das Zünglein an der Waage.

 

2 Comments

Sigbert Seiler

Wie soll die Datensicherheit gewährleistet werden, wenn der Service über Skype läuft? Es ist doch bekannt, wer hier mitliest. Aus Sicht der BaFin mag es in Ordung sein, die Datenschutzbeauftragten müssten jedoch große Bedenken anmelden.

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Walter Holzinger

Video statt Postident? In beiden Fällen des “Know-Your-Customer-Prinzips” muss ein gültiges Ausweispapier vorgelegt werden. Bei Nicht-EU-Ausländern in der Regel der Reisepass. Meine Ehefrau, japanische Staatsangehörige, hat einen international gültigen Pass, der offenbar nur für das Postident-Verfahren nicht akzeptiert wird.
Begründung: Im Pass ist nicht der Geburtsort (in Japan) eingetragen. So ist das bei allen ca. 120 Millionen japanischen Pässen. Die japanischen Pass-Holder können sich in allen Ländern dieser Erde frei bewegen, aber stoßen bei der Online-Bankkonten-Eröffnung in Deutschland auf strikte Zurückweisung.. Wir nennen das offene Diskriminierung bedingt offenbar durch eine fehlerbehaftete, dümmliche Gesetzesverordnung. Sollte die inzwischen abgeändert bzw. modifiziert worden sein, scheint das bis zu den Postämtrn noch nicht durchgedrungen zu sein.
Bitte informieren Sie uns, wie meine Frau zu ihrem Online-Konto kommen kann.
Besten Dank.

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