Google-Suche und Social Media

Google,  Grund vieler Online-Marketingausgaben, hat seine Suchpräferenzen wieder verändert. Nach Ihrer Verlautbarung vom letzten Donnerstag nimmt der Suchriese nun Einträge und Veröffentlichungen aus Social Media Anbietern wie Twitter &  Co. und „mischt“ sie zentraler unter die Suchergebnisse. Früher haben sie diese Ergebnisse am unteren Ende angezeigt. Robert Basic bringts recht direkt und schnoddrig auf den Punkt und nennt es: Todesstoß für zögernde Unternehmen, Teil2. Ich sehe es nicht ganz so krass, gebe ihm aber sonst schon soweit recht. Was ist passiert?

Zitat Google: „First, social search results will now be mixed throughout your results based on their relevance (in the past they only appeared at the bottom). This means you’ll start seeing more from people like co-workers and friends, with annotations below the results they’ve shared or created.“

So sieht die neue Google-Suche aus

So sieht die neue Google-Suche aus

Was heißt das nun?
Wir kennen das aus dem Freundeskreis. Wenn jemand mir was empfiehlt oder mir auch negative Erfahrungen mit beispielsweise seiner Bank oder Espressomaschine erzählt, so werde ich diese Anbieter oder Produkte, wenn es Alternativen gibt, kaum wählen. Ein Suchergebnis mit dem Hinweis, dass ein Kontakt von mir dazu was veröffentlicht hat, ist doch mehr wert, also relevanter, als die üblichen Ciao- Idealo, Geizkragen- und Konsorten-Ergebnisse.

Zudem bekommen die Social Media-Treffer meiner Kontakte einen Visuellen Hinweis, sogar mit Bild (siehe Pfeil im Bild). Ich sehe also: Mein Bekannter war schon beim Italiener in Hannover als Cebit war und hat eine Bewertung dazu abgegeben. Wenn sie gut ist, geh ich hin, wenn nicht – dann nicht. Ein kleines Video zeigt wies geht.

Unternehmen und Social Media
Bedeutung für Unternehmen? Mir SEOs kaufen, mich in zahlreichen und zahllosen Listen und Verzeichnissen eintragen bringt nicht mehr viel. Ein Anbieter mag durch viel Aufwand immer noch an Nummer eins zum Thema Kilimanscharo-Besteigung sein. Wenn ich an Nummer vier meinen Kontakt aus Facebook sehe und er beschreibt, welche Lodge im Urlaub am Besten war, ist das viele Marketing-Geld des Anbieters an Nr. 1 bei Google nichts mehr wert.

Zuerst erwischt es die verschlafenen Konsumgüter-Anbieter. Danach, ich meine hier sehr schnell danach, die B2Bler. Stellen wir uns doch mal vor, ich könnte mir mein Handy-Modell selbst aussuchen, meinen Firmenwagen oder sonst was. Durch die vermehrte Vermischung aus privaten und geschäftlichen Geräten (bring-your-own-Device) greifen solche Überlegungen sehr wohl jetzt schon. Eine Bewertung oder ein Bericht eines meiner Kontakte, der bei Google zu sehen ist, greift auch hier in meine Entscheidung ein und lenkt sie.

Fazit:
Es wird immer dringender als Unternehmen Social Media und die darin agierenden Menschen ernst zu nehmen. Jeden einzelnen. Meinungsbildung über Empfehlungen und Netzwerke haben eine größere Bedeutung als tolle Werbung und bezahlte Suchmaschineneinträge. Google macht das nun sichtbar, gibt dem im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesicht (Bing geht übringens auch auf den Social Graph ein und lässt die Verknüpfung mit Facebook zu). Social Media wird mehr als ein Twitter- und Facebook-Firmenkonto!

Hinweis
Social Search-Ergebnisse wie oben im Bild gezeigt werden dann, momentan nur dann gezeigt, wenn man bei Google mit seinem Konto eingeloggt ist und in seinen Einstellungen das Google-Konto mit den Social Media-Konten verbunden hat. Das sind nicht viele? Doch, denke man doch allein an die wachsende Zahl an Android– und Chrome-Nutzern.

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