Mobile Payment gewinnt mit Amazon Local Register an Gewicht

Besonders für kleinen Bars ist der Smartphoneaufsatz nützlich. Der Gast kann mit Kreditkarte bezahlen undn die Transaktionskosten belaufen sich auf einen Mini-Prozentsatz der zu zahlenden Rechnung.

Besonders für kleinen Bars ist der Smartphoneaufsatz nützlich. Der Gast kann mit Kreditkarte bezahlen undn die Transaktionskosten belaufen sich auf einen Mini-Prozentsatz der zu zahlenden Rechnung.

Wieder ein neuer Anbieter, der Mobile Payment pusht. Wie t3n und Re/code berichten, ist es dieses mal der Gigant Amazon und das momentan nur in den USA. Wir kennen bislang sein Produkt, die Smartphone App Amazon Wallet, über deren Launch ich erst im Juli bei pcmag gelesen habe. Sie ist eine sogenannte „proximity-only digital wallet“, in der lediglich Kundenkarten gespeichert und per mobile App abgefragt werden können.
Damals, also letzten Monat, hieß es noch, die App würde leider keine Zahlungen oder Kreditkarten unterstützen. Das hat sich, zumindest in den USA, geändert.

Amazon Local Register
Amazon hat nun die Hardware Local Register auf den Markt gebracht. Aber was ist das genau? In meinem Lieblingslokal in München kann ich meine Rechnung ganz locker über das Smartphone oder das Tablet des Lokalbetreibers zahlen.
Der kleine Smartphone-Aufsatz von Amazon Local Register erlaubt das nun auch. Die Kreditkarte wird über die App ausgelesen, die Zahlungen werden übermittelt und die Spaghetti sind bezahlt. Diese Lösung ist insbesondere für kleine Lokale und Dienstleister interessant, die somit ihren Kunden Kartenzahlungen ermöglichen. Nun, das ist aber nicht neu. Die Payment-Dienste Square und PayPal bieten seit 2009 und 2012 diese Lösung an. Was neu ist, sind die niedrigen Gebühren für Schnellentschlossene, die günstige Hardware und natürlich der Großkonzern, der dahinter steht. Letzterer verleiht Mobile Payment wieder neues Gewicht.

Ein weiteres Standbein aufbauen
Dass nun auch Amazon tiefer in den Mobile Payment Markt einsteigt, zeigt das Potenzial, das in der Dienstleistung gesehen wird. In einem Interview erklärte Jeff Bezos (Amazon-Gründer) gegenüber dem Online-Magazin Re/code, wie wichtig es ist, die große Anzahl an Kundendaten und Zahlungsinformationen für ein weiteres Business zu nutzen. Amazon bietet beispielsweise seinen Zahlungsdienst auf den Shop-Seiten anderer Anbieter an. Man meldet sich also mit seinen Amazon-Kontodaten auf der Shop-Seite an und muss hier nicht nochmal seine Zahlungs- und Adressdaten hinterlegen. Der Shop-Betreiber zahlt Amazon für diese Dienstleistung eine kleine Gebühr.

Laut Amazon sind die Daten über die gekauften Produkte verschlüsselt. Auch wenn es nicht um Produktdaten geht, gibt es dennoch genügend Metadaten, die über solche Transaktionen gesammelt werden können. Amazon weiß immerhin, wann und wo und wieviel ich an Geld ausgebe. Dahingehend werden gezielte Werbebotschaften auf mein Konsumverhalten zugeschnitten. Ob das wiederum gut oder schlecht ist, hängt von der Taktung der Werbebotschaften ab und ob ich mich dazu verleiten lasse, mehr zu konsumieren als bisher.
Diese gesammelten Kundendaten können natürlich auch verkauft werden.

Zukunftsaussichten
Dem Produkt Amazon Local Register sage ich einen guten Start voraus. Auch wenn nach venturebeat und einer Befragung durch Forrester, PayPal in Sachen Vertrauenswürdigkeit und Beliebtheit (logischerweise) noch an der Spitze rangiert.
Doch selbst mit seiner Amazon Wallet nimmt der Großkonzern schon den 3. Platz auf der Beleibtheitsscala ein. Amazon bietet sein Magnetkartenlesegerät für günstige 10 Dollar an. Gleichzeitig übernimmt der Konzern die ersten zehn Dollar an Transaktionsgebühren. Die Hardware ist damit kostenfrei. Auch die Transaktionskosten fallen bei Spontan-Abschluss bis Ende Oktober, bis Januar 2016 mit 1,75 Prozent der Transaktionssumme einen Prozentpunkt niedriger aus als die der Wettbewerber. Auch nach diesem Datum bleibt man noch knapp unter den Konkurrenz-Gebühren. Gerade für kleine Unternehmen ist das sehr attraktiv.
In meiner kleinen Lieblings-Trattoria würde die App sicher auch Anklang finden. Schließlich wird der Großteil der Gäste ein Amazon Konto besitzen. Wann Amazon mit der Lösung nach Deutschland kommt, bleibt aber noch vage.

Einen Einblick, wie die Hardware funktioniert, gibt folgendes Video:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anti-Spam *