“Danke – wieder was gespart” oder “Hilfe, wollen sie uns alle ruinieren?” ? Aus meiner Sicht passt beides. Und seit wir „Consumerization“ zu einem Kernthema unseres 11.Management-Forums 2012 gemacht haben, stolpere ich jeden Tag über das Thema: Wie gehen Unternehmen damit um, dass ihre Mitarbeiter privaten Geräte z.B. Smartphones, Tablets, Laptops und ihre privaten Kommunikationskanäle wie z.B. Social Media an ihrem Arbeitsplatz einsetzen.
Heute sind mir zwei Studien über den Weg gelaufen, die sich damit befassen. Der Security-Anbieter Clearswift hat im Sommer die Studie Work Life Web 2011 erhoben. Dabei geht es um die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz. Citrix hat sich ebenfalls im Rahmen einer Studie mit dem Thema beschäftigt. Das Schöne an den Studien ist: Auch wenn sie nicht den gleichen Fokus haben – im Kern stimmen die Ergebnisse überein: Je mehr Freiheit bei der Wahl der Kommunikationsmedien, desto erfolgreicher die Mitarbeiter. Laut der Citrix-Studie führt BYOD (bring your own device) zu einer Produktivitätssteigerung von 30 Prozent. Laut Clearswift werden immer mehr private Geräte wie Smartphones und Tablet PCs von Mitarbeitern am Arbeitsplatz genutzt. In der Studie gaben 60% der Unternehmen an, dass sie die Nutzung zumindest erlauben oder sogar fördern.
Auch der Einzug von Web 2.0 ins Arbeitsleben wird zunächst positiv bewertet: 80 Prozent der durch Clearswift befragten gaben an, in der Nutzung von Social-Media-Anwendungen Vorteile für ihr Unternehmen zu sehen. 49% Prozent der befragten Manager in deutschen Firmen halten Web-2.0-Technologien sogar für entscheidend für den zukünftigen Erfolg eines Unternehmens.
Sieht ganz so aus, als wäre es vorteilhaft, Mitarbeiter ihre privaten IT-Vorlieben auch bei der Arbeit ausleben zu lassen. Ich finde es auch viel schöner, wenn ich mir meine Arbeitsgeräte selbst aussuchen kann. Aber…es gibt ein ABER: So einfach ist es nicht, ergeben beide Studien. Die Privatinitiativen auf Mitarbeiterseite lassen sich nur schwer kontrollieren und stellen ein echtes Sicherheitsrisiko für die Unternehmen dar. Nach der Befragung durch Citrix haben sich in 62 Prozent der befragten Unternehmen noch nicht einmal Regeln und Prozesse etabliert, um den Einsatz von privaten Endgeräten kontrollierbar machen. Und 45 Prozent der IT-Manager wissen nicht, welche privaten Geräte Mitarbeiter überhaupt für berufliche Zwecke einsetzen. In Kombination mit den Ergebnissen von Clearswift, habe ich fast den Eindruck, von der neuen Freiheit solle man Abstand nehmen: Denn 48% der Führungskräfte fürchten den Verlust vertraulicher Daten durch Mitarbeiter und 50% der Ansicht sind, dass ihren Angestellten die Sicherheitsproblematik nicht bewusst ist.
Trotzdem müssen wir das Rad nicht zurückdrehen, darin stimmen wieder beide Studien überein: Die Technologie hat sich nicht nur dahingehend entwickelt, dass Mitarbeiter sehr frei über Kommunikationskanäle und Geräte entscheiden können. Es gibt auch Lösungen für die einfache und sichere Verwaltung und Überwachung von Geräten, Fern-Zugriff, Online-Zusammenarbeit, IT Support sowie dem sicheren Aufbewahren, Versenden und Teilen von Dateien über mobile Endgeräte. D.h. die Technik ist wieder mal nicht das Problem, sondern der Mensch. Diesen Satz habe ich schon oft von IT-Admins gehört, wenn bei mir ein unvorhergesehener Fehler aufgetaucht ist. Deshalb gebe ich ihn jetzt gerne zurück: Consumerization ist primär kein technisches Problem, sondern sie erfordert neue Denkansätze beim IT-Management.






