Greenpeace geht in der aktuellen Studie ”How clean is your Cloud?”auf den Erfolg der Cloud-Technologie ein. Dabei legt die internationale Umweltorganisation den Fokus auf die Kehrseite des rasanten Anstiegs der zentral gespeicherten Daten: Sie benötigen gigantische Speichermengen, das heißt riesige Rechenzentren, die einen entsprechend hohen Energieverbrauch haben: Zusammengenommen verbrauchen alle Cloud-Rechenzentren der Welt mehr als Indien, das immerhin 800 Millionen Einwohner hat – damit rangiert das “Cloudland” weltweit im Ländervergleich auf Platz 5 (seine Einwohnerzahl dürfte allerdings auch deutlich über 800 Millionen liegen). Tendenz steigend: Nach Schätzungen der Umweltschützer wird das Volumen der digitalen Informationen bis zum Jahr 2020 das 50 mal so hoch sein.

Greenpeace-Studie: Nachhaltiges Cloud-Computing
Der Zusammenhang von Rechenzentren und Energieverbrauch ist nichts Neues. Die Greenpeace-Studie steigt jedoch tiefer ein und untersucht, welche Anbieter sich besonders für einen geringen Energieverbrauch und die Nutzung von regenerativen Energien einsetzen – und wer diese Aspekte vernachlässigt.
Drei namhafte Unternehmen mit erfolgreichen Geschäftsmodellen in der Cloud traten dabei als Negativbeispiele hervor: Amazon, Apple und Microsoft. Alle drei setzen auf einen Wachstumskurs ohne ausreichend Wert auf Nachhaltigkeit zu legen: Amazon deckt noch fast 30 Prozent seiner Energie durch Atomstrom ab. Apple rangiert mit 28 Prozent knapp dahinter bei der Kernkraft und hat den höchsten Energieverbrauch in Bezug auf den Energiemix insgesamt: Rund 55 Prozent des Energiebedarfs werden mit Kohle abgedeckt.
Besonders positiv treten die Unternehmen Yahoo und Google hervor: Sie geben Erneuerbaren Energien bei der Versorgung ihrer Rechenzentren eine so hohe Priorität ein, dass sie Standortentscheidungen von ihrer Verfügbarkeit abhängig machen – damit setzen sie für ganze Regionen Anreize, die Erzeugung regenerativer Energien voranzutreiben. Auch Facebook setzt komplett auf Erneuerbare Energien beim Betrieb der eigenen Plattform. Als ersten Schritt in diese Richtung hat die 800-Millionen-Nutzer-OnlineCommunity ein neues Rechenzentrum in Schweden aufgebaut, das komplett durch regenerative Energien betrieben werden kann – allerdings kommen aktuell noch 40 Prozent seines Energiemixes aus Kohlekraftwerken.
Sehr positiv geht Dell aus der Studie hervor: Nur 6,4 Prozent seines Energiemixes kommen aus Atomkraft-, 20,1 Prozent aus Kohlekraftwerken. Auch das Unternehmen Akamai, das für die Durchführung eines gewaltigen Volumens an Internetverkehr verantwortlich ist, geht positiv aus der Studie hervor. Es hat als erstes IT-Unternehmen begonnen, seine CO2-Bilianz im Rahmen der neuen CUE-Norm (Carbon Utilization Effectiveness) zu veröffentlichen.
Mit Transparenz zu sauberen Clouds – ein plausibler Ansatz für die bewusste Energienutzung – einerseits durch die Betreiber von Rechenzentren, andererseits, was uns Anwender betrifft: Unnötigen Datenverkehr vermeiden. Das spart nicht nur Energie und Kosten, sondern auch noch Zeit.
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