Über Hansjörg Leichsenrings Bank-Blog bin ich auf die Blogparade von Bianca Gade vom Netmedia-Blog gestossen: Wie ist dein Arbeitsplatz der Zukunft? Sehr schön, dachte ich mir. Es geht weniger um die technische Ausstattung, denn auf die Ausgestaltung der Arbeitenden und wie sie damit umgehen. Das Ergebnis wird in einem E-Book zusammengefasst.
Wie sieht mein Arbeitsplatz der Zukunft aus?
Ich arbeite im Marketing von FI-TS, einem IT-Dienstleister für die Finanzbranche. Für mich gelten also zum Einen die strengen Regulierungsvorschriften, wie für die Finanzhäuser auch, zum anderen habe ich keinen typischen Bank- oder IT-Arbeitsplatz.
Mein Arbeitgeber stellt mir seit einiger Zeit bereits die Arbeitsplatzlösung “Arbeitsplatz der Zukunft” zur Verfügung, die ich ausschliesslich nutze. Parallel könnte ich noch in der alten “Officewelt” arbeiten, was ich aber dankend ablehne. Die strengen Regularien auf der einen und mein marketingtypischer Arbeitsplatz auf der anderne Seite liessen mich vor eineinhalb Jahren zu einer Sonderlösung greifen: Ich arbeite ausschliesslich mobil am Mac. Auf meinen Schreibtisch stehen noch Docking-Station und Bildschirm für einen Windowsarbeitsplatz, ich nutze aber nur den Laptop und das Smartphone.
Ich glaube, dass ich in der mittleren Zukunft nicht anders arbeiten werde, als jetzt schon. Irgendeines meiner Geräte (iPhone, Blackberry (BB), Mac, iPad) ist immer online. Ich hingegen nicht! Nur ein Teil dieser Geräte wird mir von FI-TS zur Verfügung gestellt. Lediglich Mac und BB, der Rest ist privat. Ich arbeite vom Büro aus, wo ich ca. 3-4 mal in der Woche bin, aus dem Home Office, vom Hotel oder von Konferenzen aus. Kostenloser WLAN-Zugang in Hotels und Konferenz-Zentren gehören für mich zum guten Ton.
Bei Projekten mit externen Partnern hängt meine Arbeitsplatzausstattung noch hinterher. Ich kann in der Unternehmensumgebung beispielsweise keine Videos gucken (Ton und Bild sind nicht synchron), für Video- und Bildformate fehlen die Programme bzw. Codecs ect. Das läuft also lokal auf dem Mac, ausserhalb der Unternehmensumgebung. So wie große Teile meiner Internetarbeit (Bild- Video- Social Media Tätigkeiten) auch. Und damit kann ich sagen: Ich bin in der Lage vollumfänglich und mit modernen Arbeitsmitteln zu arbeiten – trotz hoher interner Regularien.

Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?
Verschmelzen Privat- und Arbeitsleben?
Das ist eine eher philosophisch-ideologische Frage und hängt sehr vom persönlichen Standpunkt des Betrachters ab. Ich sehe meine Arbeit nicht als das, was ich im Büro oder in der Zeit erledige, in der ich mich an einem Zeitsystem “einstemple”. Ich habe nur ein Leben. Ich habe einen Job, den ich sehr gerne mache. Das trenne ich nicht (mehr). Ich halte privat meine Augen auf, baue Know-How auf und bringe es mit in die Arbeit ein. Oder anders gesagt: Ich werde für das bezahlt, was mir Spass macht. Ich bringe auch meine Erfahrugen aus der Arbeit in private Projekte mit ein und profitiere auch so herum. Privatleben, Arbeitsleben, Familienleben, Freizeit, Arbeitszeit, “Rüstzeiten” und dergleichen mehr habe ich nicht mehr.
Ich kann mir meinen Arbeitstag weitgehend auch selbst einteilen. Bringe ich die Kinder in die Schule oder den Kindergarten, braucht die Frau das Auto, komme ich später in die Arbeit. Habe ich private Termine, so gehe ich später nach hause. Oder wenn ich nachmittags von der Geschäftsreise früher nach hause komme, arbeite ich vom Home Office aus weiter. Ich höre aber in ebendiesem Home Office klar auf zu arbeiten, klappe den Laptop zu, bin nicht mehr zu erreichen. Mein Smartphone piept nicht, wenn ein Mail kommt, ich gucke nicht vor dem Zubettgehen, ob noch was Wichtiges reingekommen ist, rufe abends auch keine Mailbox ab.
Fazit
Es gibt für mich nicht genau den “Arbeitsplatz der Zukunft” oder ich habe ihn schon. Es gibt aber viele Arbeits- und Arbeitsplatzmodelle. Ich finde die Wahlmöglichkeit sehr gut. Nicht jeder mag sich von der E-Mail weg und zum Instant Messaging hinbewegen. Manche brauchen die Oase zuhause, um abzuschalten, aufzutanken oder sich der Familie zu widmen. Das Leben bewegt sich weiter und wir müssen unseren Weg dabei finden. Mein Weg ist sicher nicht der ideale für viele Andere. Es ist meiner. Ohne Bewertung gut oder schlecht, modern oder altmodisch. Aber er gefällt mir.