Blog von FI-TS über Finance- und Technologie Themen
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Heute vor 100 Jahren wurde Konrad Zuse in Berlin geboren. Er gilt als der Erfinder des Computers. Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit machte mich im Radio B5-Aktuell auf dieses Datum aufmerksam. Da ich bei einem IT-Dienstleister arbeite, hat Konrad Zuse natürlich eine große Bedeutung. Sicher hätte nach ihm auch jemand anderes den Computer erfunden. Gefeiert wird jedoch stets der Erste. Er. Zuse.

logo_zuse_ob_gifWas mir in der Kurzbiografie auffiel, war sein Werdegang vor der Erfindung der Z1- Z3.  Was damals eher unüblich war: Er brach mehrmals sei Studium ab – zuerst Maschinenbau, dann Architektur und schliesslich Bauingineurswesen. Er selbst sagte dazu, er wäre die vielen statischen Berechnungen leid gewesen. Ihm schwebten kühne Brückenkonstruktionen vor. Statt dessen musste er langweilige mathematische Berechnungen anstellen. Das brachte ihn dazu, eine “Maschine” zu konstruieren, die solche Berechnungen für ihn durchführen konnte. Den Rest kennen wir…

Zuse-Jahr
Natürlich gibt es für den Pionier einers ganzen Industriezweiges zahlreiche Aktionen dieses Jahr. Gut aufgeführt sind sie auf der Webseite www.zuse-jahr-2010.de oder auf www.zuse.de.

Das Projekt “Street View” des Internetkonzerns Google bildet ganze Städte dreidimensional ab. Für den Nutzer hat das z.B. den Vorteil, dass er sich online ein sehr genaues Bild der  Straßen oder Läden machen kann, die er besuchen möchte.

Um dieses Angebot zu verwirklichen, setzt Google spezielle “Street-View”-Fahrzeuge ein, auf denen Kameras installiert sind, die rundherum fotografieren. Das Ergebnis ist für den Anwender sehr attraktiv: Er kann entspannt vor dem Rechner sitzen und mit seiner Maus durch die schönsten Metropolen schlendern. Angefangen in den USA erobert Street View seit 2007 Stadt für Stadt und ist inzwischen auch in Deutschland angekommen.

Hier gab es von Anfang an datenschutzrechtliche Bedenken: Denn die Aufnahmen der Street-View-Fahrzeuge zeigen nicht nur Straßen und Häuser, sondern auch Menschen und Fahrzeuge, die sich gerade dort aufhalten. Deshalb wurde durchgesetzt, dass Gesichter und KFZ-Kennezichnen unkenntlich gemacht werden müssen. Zudem haben die Datenschützer in Deutschland die Bedingung erstellt, dass jeder Einwohner das Bild seines Hauses aus Google Street View entfernen kann.

Google Street View

Damit erschien der Service vertrauenswürdig. Ob diese Vertrauen gerechtfertigt ist, stellt er gerade selbst in Frage: Aus Versehen hat der amerikanische Internetkonzern mit seinen Fahrzeugen Informationen aus öffentlichen lokalen Funknetzen (WLAN) erfasst. Durch ein bislang unbekanntes Feature seiner Software zeichnete Google unwissentlich Daten aus ungeschützten Netzen auf, darunter MAC-Adressen, Namen von Funkstation (SSID) sowie einzelne Datenfragmente aus E-Mails und Webseiten. Geschützte Verbindungen zeichnete Google dagegen nicht auf.

Die Intention von Google ist nicht bekannt, vielleicht hat das Unternehmen beste Absichten, und hinter der Datenspeicherung steckt nur ein Software-Fehler. Auf jeden Fall zeigt dieser Vorfall, dass ungeschützte Daten schnell und unkontrollierbar von Dritten erfasst werden können – und gibt damit Anlass, sich darüber Gedanken zu machen, für welche Informationen besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden sollten.

Als ich heute Morgen herausfinden wollte, was über Einsparungspotenziale von Desktop-Virtualisierung im Netz veröffentlicht wird, erinnerte mich Google an das Paradis.

Earth Day bei Google

Ein Klick, und ich wusste was los war:  Earth Day.  Mehrere hundert Millionen Menschen auf der ganzen Welt feiern den Tag des Umweltbewusstseins – dieses Jahr findet er zum 40. Mal statt.  Thomas Dannenmann, Präsident des Earth Day, erklärt den Ansatz: “Grüne Zukunft, das bedeutet für uns Umwelt- und Klimaschutz, aber das heißt nicht Verzicht, sondern Gewinn…das heißt für uns Einsatz neuer Technologien, Innovationen in Wissenschaft und Wirtschaft, die uns voran bringen um unseren Fußabdruck auf diesem Planeten zu verkleinern”.  

Diese  Aussage finde ich verbildlich. Statt Langstreckenflüge, Sportwägen, exotische Früchte in deutschen Supermärkten etc. kategorisch zu verdammen, setzt er auf Technik, Innovationen und Verantwortungsbewusstsein. Diese Herangehensweise teilen wir ungeschrieben bei FI-TS. Wir brauchen keinen “Leitfaden zur Nachhaltigkeit”, den wir an die Mitarbeiter verteilen. Jeder denkt selbst mit, es geht nicht um Regeln, sondern um Verantwortungsgefühl. Wir entwicklen Lösungen mit möglichst geringem Energieverbrauch (gut, die Kostenseite spielt auch mit). Ein Umweltbeauftragter misst die CO²-Emissionen unserer Rechenzentren regelmäßig und überprüft mögliche Einsparungspotenziale, z.B. durch neue Technologien. Wir setzen durch Desktop-Virtualisierung Endgeräte mit geringem Energiebedarf ein - bei uns wie bei unseren Kunden.  Wir verzichten auf Ausdrucke, wo es geht und setzen auf nachhaltige Werbemittel, z.B. Kugelschreiber aus Mais.  Es sind kleine Schritte, und verglichen mit dem weltweiten Ausmaßen lächerlich. Aber wir tun was…

Heute, am 12.April 2010, läuft seit 13h der Bieterstreit um die neuen Mobilfunklizenzen für das mobile Internet. 360 Megahertz werden an zusätzlichen Frequenzen versteigert – das ist mehr als das Doppelte der aktuell zur Verfügung stehenden 250 Megahertz. Damit erreicht die mobile Datenübertragung den Qualitätsstandard der lokalen Netzwerke – und macht damit den Wirtschaftsstandort Deutschland noch attraktiver: So haben Anwender unterwegs die gleichen Möglichkeiten der Netzwerknutzung wie im Büro – und sind damit wesentlich freier. 

Wenn das mobile Internet den gleichen Komfort bringt wie lokale Netze, forciert das die Nutzung von Smart Phones, Netbooks oder Laptops. Auch Desktop Computing wird dadurch noch attraktiver. Denn wenn überall ein schnelle Netzwerkverbindung problemlos zur Verfügung steht, gibt es wenig Argumente, um in eigene Hardware als Speicher zu investieren. Und neue Lösungen für mobiles Arbeiten wie unser Arbeitsplatz der Zukunft bringen noch mehr Vorteile.

Nicht nur durch die zusätzlichen Frequenzen wird der mobile Datenverkehr beschleunigt, sondern auch durch neue Technologien. Z.B. sollen die weiteren Frequenzen als Basis für den neuen Übertragungsstandard Long Term Evolution (LTE) dienen, der speziell für die Datenübertragung entwickelt wurde. Zusammen sollen die neuen Frequenzen und die neuen Technologien dafür sorgen, dass das mobile Internet fünfmal so schnell wird wie heute.

Drücken wir die Daumen, dass sich die Netzwerkanbieter diesmal nicht übernehmen bei der Ersteigerung der neuen Frequenzen. Denn ob Zeitplan oder Datenübertragung – der Anspruch ist der gleiche: Je schneller desto besser.

Mehr Verständigung dank  Computerwoche: Heute liefert das IT-Magazin Definitionen für aktuelle IT-Begriffe. Unter anderem setzen sich die Experten mit der Bezeichnung Cloud-Computing auseinander, um den Nimbus um die Clouds zu lösen.  Die Frage ist nur, ob sich der Nebel mit den drei Definitionen, die das Magazin liefert, wirklich lösen lässt:

Die erste Definition stammt aus dem Hause Forrester:  Cloud Computing ist ein “Pool aus abstrahierender, hochskalierbarer und verwaltbarer IT-Infrastruktur für Kundenanwendungen, dessen Dienste nach Verbrauch abgerechnet werden.”

Wer über Bestandteile dieser Definition stolpert, beispielsweise da er ”verwaltbare IT-Infrastruktur” für kein klares Differenzierungsmerkmal hält oder weil er sich unter “abstrahierender IT-Infrastruktur” wenig vorstellen kann, findet eine weitere Begriffsklärung von Saugatuck Technology.  Das Beratungshaus versteht “unter Cloud Computing eine Kombination aus On-Demand-Infrastruktur (Rechner, Speicher, Netze) und On-Demand-Software Betriebssysteme, Anwendungen, Middleware, Management- und Entwicklungs-Tools), die jeweils dynamisch an Geschäftsprozesse angepasst werden.”

Demnach wäre Cloud-Computing schon eine feine Sache: Hardware und Software ganz nach Bedürfnis.  Allerdings braucht man keine Wolken, um maßgeschneiderte Modelle anzubieten.

Die dritte Definition kommt vom Fraunhofer ISST und beschreibt Cloud-Computing aus drei Perspektiven:

  1. Service-Provider stellen beim Cloud Computing das Modell von On-Demand-Services in den Mittelpunkt.
  2. Softwareanbieter verstehen unter dem Konzept vor allem das Hosting von Geschäftsanwendungen, meistens in Kooperation mit Service-Providern.
  3. Anbieter von Virtualisierungslösungen und -modellen interpretieren die Wolke als Virtualisierungssoftware, die zugleich Cluster für ein dynamisches Computing enthält.

Der Arbeitsplatz der Zukunft

Wäre noch die Anwendersicht zu ergänzen:  Seine Daten und seine  Software liegen nicht mehr auf seinem Rechner oder einem bestimmten Server, sondern irgendwo. Die Frage “wo?” ist für ihn nicht relevant, denn seine Daten und seine Anwendungen kann er jederzeit und von jeder Hardware aus nutzen. Deshalb ist Cloud-Computing aus seiner Sicht mit einer neuen Kostenstruktur verbunden: Anschaffungskosten entfallen weitgehend, stattdessen zahlt er für die sichere Bereitstellung und für die tatsächliche Nutzung.