Auf der CeBIT habe ich gezielt Aussschau nach Präsentationsformen gehalten. Ein paar gute Ansichtsmöglichkeiten erhielt ich auf den CeBIT Global Conferences. Von den Besten lernen (auch wie´s nicht geht). Die gute alte Powerpoint ist nicht tot zu kriegen. Hier aber ein paar Beispiele, worauf mach doch achten sollte.
Art der Präsentation
Was gar nicht mehr geht sind die Bulletpoint-Schlachten. Also eine “Folie” mit Aufzählungszeichen und dahinter Text. Sonst nichts. Warum nicht mehr? Der Leser, der die Folie sieht, fängt unwillkürlich an, sie zu lesen. Zumindest sie zu überfliegen. In dieser Zeit konzentriert er sich nicht auf den Präsentator. Dieser spricht also für 1-2 Minuten völlig für die Katz. Als abschreckendes Beispiel eine Folie aus der aktuellen FI-TS Unternehmenspräsentation (die ich selbst verantworte!):

Solche Textwüsten bitte nicht mehr
Vielmehr muß die Aufmerksamkeit dem Präsentator gelten. Damit das gelingt, untermalt seine Präsenation das was er sagt. Der Zuhörer aber soll ihm an den Lippen kleben, nicht Folien lesen oder sogar versuchen, das zu verstehen, weil komplexe Diagramme gezeigt werden. Eine Präsentation darf also nicht für sich allein sprechen, sondern “nur” den Sprecher unterstützen. Das geht am Besten mit Bildern oder extrem wenig Text.
Kann ich die Folien haben?
Ich erlebe immer noch reflexartig die Frage: “Kann ich die Präsentation haben?” Bitte, was wollen Zuhörer damit? Sich das im eigenen Büro nochmal durchklicken? Das macht doch keiner mehr. Wenn die Präsentation gut ist, kann der Zuhörer nichts damit anfangen. Warum? Nun, weil der Sprecher im Mittelpunkt stand und die Powerpointfolien lediglich ein Paar Überschriften, Bilder oder Videos beinhalten, die ohne den Vortrag des Sprechers nichts aussagen.
Als Beispiel die Keynote von John Matheny, Senior Vice President Communications & Communities, Yahoo! (ab Minute 18). Er spricht über Spass, was ihn berührt, zeigt Folien ohne Textwüsten, spielt Videos ein, zeigt eine Live-Präsentation.
Formate
Gleich zu Beginn: Das Format 4:3 stirbt aus. Alte Beamer, ältere Laptops haben dieses Format noch. Zahlreiche Präsentationsvorlagen ebenfalls. Meine übringes auch. Auf dem Management-Forum fiel mir schon auf: die Leinwand ist längst im Format 16:9. Mein Mac hat ein Bildschirmformat 16:9. Meine Keynotepräsentationen sind 16:9. Auf der CeBIT sind Beamer und Leinwände 16:9. Wie sieht das nun aus, wenn jemand mit einer alten 4:3 Präsentation ankommt? Als Beispiel dient die Keynote von John von Tetzchner, Co-Founder, Opera Software (ab Minute 80)

4:3 Präsentation auf 16:9 Leinwand
Das absolute Zuckerl ist Chris Pirillo (ab Minute 43), dessen Präsentation nur aus jeweils zwei Zeilen! bestand (auch im Format 4:3). Ihm könnte ich auch eine Stunde und länger zuhören. Da komme ich doch nicht auf die Idee zu Fragen: Kann ich die Präsentation haben?
Der Umbruch
Ich selbst suche für FI-TS nach neuen Formaten. Die Beamer können scheinbar nur 4:3. Werde das noch überprüfen. Aufwändige Animationen, wie ich sie für die Cloud-Präsentation unserer Geschäftsführer machen ließ, sind nichts für die Präsentation zum Selbermachen. Ich werde also durchaus etwas experimentieren. Neues probieren und wieder verwerfen. Das Layout der FI-TS Powerpoints wird überarbeitet. Eins steht aber fest: Das Ende der Bulletpointschlachten und aufwändigen Diagrammfolien will ich miteinläuten.

Sowas dann bitte nicht mehr