Schöne digitale Welt

Mit den Chancen und Risiken von Smart Life, d.h. eines total digitalisierten Alltags, beschäftigt sich am 7. und 8. April das 6. ReH..Mo-Symposium der Universität Passau.  Ich war da, um zu schauen, wo die Rechtsexperten Handlungsbedarf beim Smart Life. Außerdem kenne ich den  Tagungsleiter, Prof. Dr. Dirk Heckmann, weil er 2010 Referent auf unserem Management-Forum war. Sein Ansatz gefällt mir: Die rechtlichen Rahmenbedingungen für neue Technologien zu entwickeln, statt gegen sie.


Smart Life aus der Perspektive von Microsoft

Smart Life gehört nicht zu meinem aktiven Wortschatz, deshalb kurz zur Begriffsklärung: Smart Life heißt, das Leben leichter, besser und schöner zu machen durch digitale Technologien. Die Keynote-Speakerin, Dr. Dorothee Ritz, General Manager Consumer und Online Germany, berichtete, wo sie die aktuellen Trends sieht: Wir nutzen Anwendungen so, wie den Strom aus der Steckdose: genau dann, wenn wir sie brauchen (Cloud Comupting). Die Schnittstelle Mensch-Computer wird immer besser an die Sinne des Menschen angepasst, so dass wir immer weniger das Gefühl haben, ein Gerät zu benutzen (Natural User Interface). Und die Arbeitswelt ändert sich: wir arbeiten sehr flexibel. Wann wir wollen, wo wir wollen und vom Endgerät unserer Wahl aus. Diese neue Freiheit ist für viele Berufseinsteiger heute ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Kann ich bestens nachvollziehen, das machen wir bei FI-TS mit dem Arbeitsplatz der Zukunft.

Im Anschluss referierte Prof. Dr. Jörn von Lucke von der Zeppelin Universität Friedrichshafen überdie  neuen Möglichkeiten, die die neuen Technologien für unseren Alltag bringen. Hier ein paar Beispiele, die ich gut nachvollziehen kann:

  •  Tagesschau anschauen und schnell mal googeln, welche zusätzlichen Informationen es zu einem Bericht gibt
  • Die interessantesten Sendungen der Woche im ZDF auswählen und in der Mediathek anschauen, wann es gerade passt
  • Scotland Yard nicht mehr auf dem Brett spielen, sondern auf dem Smartphone
  • Mehr Wissen: Kunstwerke oder Gebäude fotografieren, und Google Goggles gibt an, um was es sich handelt. Das geht auch mit den Sternbildern am Himmel (hier sehe ich großes Potenzial, weil ich in romantischen Nächten einen deutlich besseren Eindruck machen würde, wenn ich ein bisschen mehr sehen könnte als Orion und den großen Wagen).

Google Goggles ist ein schönes Beispiel für eine spannende Technologie, die auch eine Kehrseite hat: Warum sollte das nicht mit Gesichtern funktionieren? Ich mache mit meinem Handy ein Foto von der Frau, die mir in der U-Bahn gegenüber sitzt,  und schon habe ich alle Daten aus ihremSocial Media Profilen. So finde ich vielleicht eine neue Zahnärztin, oder eine Laufpartnerin. Auf jeden Fall weiß ich gleich, wie ich sie am Besten ansprechen kann. Praktisch! Google hält das Patent für Gesichtserkennung, aber respektiert den Personenschutz: keine Verknüpfung mit sozialen Netzwerken geplant. Sagt der Konzern. Aber vielleicht hat er ja mal eine spontane Idee…

Wenn ich jetzt noch auf die rechtlichen Konsequenzen für Personen- und Datenschutz eingehe, wird das kein Blogeintrag, sondern ein Roman. Das Symposium ist noch einen Beitrag wert – Fortsetzung folgt…

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